Partnerschaftsvertrag mit Papua-Kirche unterzeichnet

Kirchenpräsident Alberth Yoku nach der Vertragsunterzeichnung im Festgottesdienst auf der Insel Mansinam.

Pfälzische Delegation kehrt von Indonesien-Reise zurück – Mögliche Förderprojekte im Blick

Speyer (lk). Die Evangelische Kirche der Pfalz ist nun offiziell Partnerkirche der „Evangelischen Kirche im Lande Papua“ (GKI-TP). Bei einem Besuch im indonesischen Teil der Insel Papua unterzeichnete der pfälzische Ökumenedezernent, Oberkirchenrat Manfred Sutter, den Partnerschaftsvertrag gemeinsam mit dem einheimischen Kirchenpräsidenten Alberth Yoku.

Die Unterzeichnung fand auf der Insel Mansinam statt, wo sich – wie jedes Jahr – etwa 15.000 Christen versammelt hatten, um in einem Festgottesdienst an die Gründung ihrer Kirche am 5. Februar 1855 zu erinnern. Damals betraten die beiden deutschen Missionare J. G. Geissler und C. W. Ottow papuanischen Boden. Der 5. Februar ist in ganz West-Papua Feiertag. In Straßenumzügen und szenischen Darstellungen wird an Geissler und Ottow erinnert. Zugleich werden aktuelle soziale Herausforderungen thematisiert, wie etwa Alkoholmissbrauch, häusliche Gewalt und Umweltverschmutzung.

In den Gesprächen der sechsköpfigen Delegation um Manfred Sutter spielte auch das Thema Menschenrechte eine wichtige Rolle. Polizei und Militär der indonesischen Zentralregierung gehen immer wieder gewaltsam gegen Unabhängigkeitsbestrebungen der Papuaner vor – so auch während der Anwesenheit der Pfälzer auf der Insel Yapen. Das Menschenrechtsbüro der GKI-Kirche berät unter anderem Menschen aus dem Landesinneren, denen ihr angestammtes Land entwendet wird, damit internationale Unternehmen die papuanischen Rohstoffe ausbeuten können.

„Mich beeindruckt, wie unsere Partner auf die schwierige Situation mit Glaubensstärke und Mut reagieren“, sagt Oberkirchenrat Sutter im Rückblick. Berührt habe ihn auch die unüberbietbar herzliche Gastfreundschaft, die der Delegation entgegengebracht wurde. Besucht wurden unter anderem Fischerdörfer und Kleinstädte in der Region Waropen am Ufer der Paradiesvogelbucht sowie auf den Inseln Biak und Yapen. Mit den Kirchenbezirken Waropen Atas und Waropen Bawah unterhält die Evangelische Kirche der Pfalz seit 1989 Beziehungen.

In den Gesprächen der Delegation in Waropen wurde deutlich, dass dort die Menschen vor allem in Sachen Berufsausbildung und der Mobilität auf dem Meer immer noch vor großen Herausforderungen stehen. „Hier könnten wir mit unseren Partnern gemeinsam Projekte entwickeln“, so Sutter.

11.02.2014, Speyer

Quelle: Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche)

 

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