„Den Blick über den Tellerrand wagen“ – Neuer pfälzischer Pfarrer für Weltmission will mit Partnerkirchen enger kooperieren

Florian Gärtner

epd-Gespräch: Alexander Lang

Speyer/Landau (epd). Der designierte pfälzische Pfarrer für Weltmission und Ökumene, Florian Gärtner, will die Arbeit mit den Partnerkirchen in Ghana, Südkorea und Westpapua vertiefen. Der „Blick über den eigenen Tellerrand“ könne den jeweiligen Partnern bei der Bewältigung drängender Zukunftsaufgaben helfen, sagte der 40-jährige Theologe aus Mutterstadt im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Gemeinsame Themen seien etwa der sinnvolle Einsatz von Mitteln und der Generationswechsel in den Kirchen sowie Verteilungsgerechtigkeit und der Umgang mit Flucht und Terrorismus.

„Ökumenisches Lernen nützt uns allen“, sagte Gärtner, der zum 1. Januar 2017 sein neues Amt beim Missionarisch-Ökumenischen Dienst (MÖD) der Landeskirche in Landau antritt. Er war seit 2011 Referent beim MÖD und ist Nachfolger von Pfarrerin Marianne Wagner, die seit September erste geistliche Oberkirchenrätin der Landeskirche ist.

Eine große Herausforderung in seinem neuen Amt werde es sein, die Menschen in den Kirchengemeinden für die weltweite Dimension des Glaubens stärker zu sensibilisieren, sagte Gärtner. Die Protestanten in der Pfalz und Saarpfalz wolle er ermutigen, den persönlichen Kontakt zu den Glaubensgeschwistern in Übersee zu suchen. Erfahrungen einer anderen Spiritualität und Kultur weiteten den Blick und lenkten von einer „Bauchnabelmentalität“ ab, die nur das Eigene sehe.

Wer Berührungsängste zu Menschen aus anderen Kulturen und Weltregionen überwinde, könne auch klarer über sich selbst und seine eigene Kirche nachdenken, sagte Gärtner, der unter anderem im südafrikanischen Port Elisabeth studierte. Die Menschen in den drei Partnerkirchen aus Europa, Afrika und Asien sollten sich „themenzentriert“ über soziale Medien und vor allem über mehr persönliche Kontakte austauschen, wünscht sich der Theologe.

Gemeinsame Projekte, etwa das Entwickeln neuer Gottesdienstformen für Demenzkranke, könnten die Partner voranbringen, sagte Gärtner. Andere Frömmigkeitsformen aus Ghana und Korea könnten Impulse für das geistliche Leben in der pfälzischen Landeskirche geben. Wichtig sei es für die Kirchengemeinden, ihre Partnerschaftsarbeit in ihren Alltag einfließen zu lassen. Funktionierende Partnerschaften seien abhängig von Personen, für die der Austausch eine Herzensangelegenheit sei. Dafür müssten zukünftig besonders junge Christen gewonnen werden, sagte Gärtner.

Pfälzische Teilnehmer von Besuchsreisen kämen inspiriert zurück. Ihre Erfahrungen könnten „wie ein Senfkorn aufgehen“ und in ihren oft problembelasteten Heimatgemeinden „für eine Aufbruchstimmung sorgen“, sagte Gärtner. Unter dem Dach der Ortsgemeinden wären auch neue Kooperationsformen mit eigenständigen, christlichen Flüchtlingsgemeinden sinnvoll, regte er an. Pfälzer Protestanten und geflüchtete Christen könnten etwa Taufen und das Abendmahl zusammen feiern.

Quelle: www.epd.de

 

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