Lobpreis auf Ukrainisch in unseren Gottesdiensten

2022 gewinnt die Ukraine den ESC, schon zum dritten Mal, dabei ist das Land erst seit 2003 dabei. Seit Jahren exportiert die Ukraine Popmusik, vor allem in die slawische Welt.

Aber was singen eigentlich ukrainische Christen?

Mich interessiert besonders: Welche Lieder prägen die Kirchen der Reformation? Das sind in der Ukraine vor allem Baptisten, Pfingstler, Mennoniten, Lutheraner und Reformierte. Wie hören sich deren neuere Lieder an?

Ein Blick auf diverse Playlists bei Spotify, YouTube u.a. zeigt: Es gibt eine überraschend umtriebige Worship-Szene. Wie bei uns werden englischsprachige Songs, zum Beispiel von Hillsong, einfach übersetzt.

Ein YouTube-Video aus den ersten Kriegstagen zeigt ukrainische Studenten, die während eines Bombenangriffs in einem abgedunkelten Raum in Kiew „Mighty to Save“ singen – in russischer Sprache!

Seit mindestens 30 Jahren gibt es aber auch eine sehr produktive eigenständige ukrainische Worship-Szene, die für das gottesdienstliche Leben in ukrainischer Sprache schreibt und singt.

Und es gibt die traditionellen ukrainischen Hymen, die bis heute wichtig für die Gemeinden sind. Sie klingen für unsere Ohren wie Taizé-Lieder, und das ist kein Zufall, denn von Anfang an waren unter den Gesängen der dortigen Kommunität auch slawische Hymnen. Wahrscheinlich werden seit Jahrzehnten nirgendwo im Westen slawische Lieder so gepflegt wie in Taizé.

Zwei Tage nach Ausbruch des Krieges veröffentlichte die US-Zeitschrift Christianity Today

“5 Ukrainian Worship Songs for War and Peace” – fünf schöne Liedbeispiele für die Bandbreite der christlichen Musik in der Ukraine. (Einfach googeln, ist leicht auffindbar.)

In vielen unserer Gemeinden gibt es mittlerweile ukrainische Flüchtlinge. Fragen Sie doch einfach die nach ihren Liedern – und singen Sie dann diese mit der ganzen Gemeinde im Gottesdienst!

Ich empfinde und erlebe Musik immer wieder als Brücke innerhalb der weltweiten Christenheit. Wir sind verbunden, Glieder eines Leibes. Und wenn ein Glied leidet, leiden alle mit (1. Kor 12,26). Im Singen teilen wir unseren Glauben.

Mein Vorschlag:

Wir singen im Gottesdienst ein Lied mit ukrainischem Text auf eine bekannte Melodie.

Oder eine neue, uns bisher unbekannte ukrainische Melodie – mit auf deutsch übersetztem Text.

Und verbinden das mit einem Fürbittengebet.

Gute Gebetsvorschläge dazu gibt es zuhauf auf den Seiten der EKD und der Landeskirchen.

Ganz einfach wäre ein Hymnus, der in der Ukraine ebenso bekannt ist wie bei uns:

„Laudate omnes gentes, laudate dominum“ oder eben „Славіте, всі народи, славіте Господа“, ausgesprochen „Slavite, vsi narody, slavite Hospoda.“ Das ist schon der ganze Text.

Ein Video zeigt, wie leicht der Text zu singen ist – und auf perfekte Aussprache kommt es nicht an. https://www.youtube.com/watch?v=mbsaWSJqtXE

Ein Lied aus der Ukraine kann informiertes Beten einleiten oder begleiten:

Wie geht es gerade den Christen aus in der Ukraine? –

Und wie eigentlich den Christen aus reformatorischen Kirchen in Russland, wo zum Beispiel der Erzbischof der evangelisch-lutherischen Kirche in den ersten Kriegstagen erklärte: „Dieser Krieg wird nicht in unserem Namen geführt.“ Seit Jahrzehnten werden Protestanten dort als verlängerter Arm des Westens gesehen und erleben nun noch mehr Feindseligkeit.

Gerade jetzt brauchen sie unser Gebet.

Gunter Schmitt

Das ist zur Zeit unser Ausblick aus unseren Bürofenstern

 

 

 

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