Speyrer Gedächtniskirche reist nach Papua

Schildkröten-Kirche Waisai_Papua

 

Seine erste Antrittsreise führte den Pfälzer Pfarrer für Weltmission und Ökumene, Florian Gärtner, zur Partnerkirche nach Papua. Die Evangelische Kirche im Lande Papua (GKI) hatte zu ihrer alle fünf Jahre stattfindenden Synode nach Raja Ampat eingeladen. Nach vier Flügen und einer Bootsfahrt erreichte die deutsche Delegation die Insel Waigeo – mit im Gepäck ein Bild der Gedächtniskirche in Speyer.

 

Die Gedächtniskirche erinnere an die Protestation im Jahre 1529, erläuterte Gärtner in seinem Grußwort vor der Synode der

GKI. Sie sei ein Symbol für Glaubensfreiheit und ein Symbol für die weltweite Verbundenheit der Christen. Als sie gebaut wurde, haben Christinnen und Christen aus aller Welt zum Bau beigetragen. Es gibt gespendete Bänke von überall auf der Welt in der Kirche. „Das Bild soll unsere Schwestern und Brüder in Papua immer wieder an die Freiheit, die wir aus dem Glauben ziehen, erinnern und daran, dass wir alle zum einen Leib Christi gehören“, so der Wunsch von Pfarrer Florian Gärtner.

 

Schildkröten-Kirche Waisai_001_Corinna Waltz (2)

Kirchenpräsident der GKI, Pfarrer Alberth Yoku, bedankte sich für die guten Wünsche und das symbolträchtige Bild aus Deutschland. Es solle in der zur Synode neu eingeweihten Kirche in Waisai seinen Platz finden. Die Kirche, in Form einer Schildkröte erbaut, solle Touristen in die Kirche und so auch in den Gottesdienst bringen, erklärte Yoku. Zudem zeigt die besondere Bauweise die enge Verbundenheit der Papua zum Meer.

Von Raja Ampat ging die Reise weiter in den Osten zu einem der Partnerdekanate in Waropen. Die Offenheit der Menschen zeige sich nicht nur in herzlichen Willkommensritualen. „Mich hat auch die theologische Offenheit und die Bereitschaft, über verschiedenste Themen zu sprechen, beeindruckt“, sagt Florian Gärtner. Selbst Homosexualität und HIV und Aids waren keine Tabuthemen. „Und ich bin vielen starken Frauen begegnet, die mit Begeisterung, Hingabe und klarer Vision ihre Gemeinden führen.“

 

Auch Probleme und Sorgen kamen zur Sprache: Bildung – besonders in abgelegenen Regionen – sei immer noch mangelhaft. Manchmal kämen Lehrer nur einmal in der Woche oder sogar seltener in den Schulen vorbei. Die Beschwerden der Kirche an die Regierung blieben bisher leider erfolglos. „Daher springen wir Pfarrerinnen und Pfarrer oft selbst ein und unterrichten“, so die Partner. Zudem unterhält die Kirche – auch dank der Unterstützung aus der Pfalz – Schülerwohnheime für Mädchen und Jungen aus abgelegenen Dörfern. Sie finden dort ein Zuhause und können die Oberschule besuchen. Anschließend haben sie die Möglichkeit, mit einem staatlichen Stipendium zu studieren. Damit werden Berufswünsche wie Arzt oder Pfarrerin tatsächlich möglich.

 

Die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen der Evangelischen Kirche der Pfalz und der Evangelische Kirche im Lande Papua sind bereits in den 80er Jahren gewachsen. Im Jahre 2014 unterzeichneten Oberkirchenrat Manfred Sutter und der damalige Kirchenpräsident der GKI, Alberth Yoku, einen Partnerschaftsvertrag.

Papua Reise März2017

Corinna Waltz

 

 

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