Vorurteile ausräumen und Neues entdecken

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Vierter EMS Team Visit geht zu Ende – nach Ghana, Indien und Indonesien fand dieser in Deutschland statt

Sieben Delegierte aus Indonesien, Malaysia, Südkorea, Ghana, Südafrika und dem Nahen Osten verbrachten die vergangenen 12 Tage in Baden und der Pfalz. Das internationale Team besuchte verschiedene Einrichtungen der beiden gastgebenden Kirchen und erfuhr viel über deren Arbeit und ihr Missionsverständnis, dem sollten sie nämlich auf den Grund gehen. „Mission moves“ war nicht nur das Motto für das Jubiläum der Basler Mission in Deutschland, sondern auch die vier Team Visits der EMS waren damit überschrieben. Im vergangenen Jahr haben sich die ersten beiden international besetzten Delegationen nach Ghana und Indien aufgemacht, Anfang April reiste eine weitere Gruppe nach Indonesien. Nun stand der vierte und letzte Team Visit in Deutschland an.

Für Bien Bangapadang aus Indonesien hat der Besuch in Deutschland mit dem Vorurteil aufgeräumt, es gäbe keine jungen Menschen in deutschen Kirchen. (Foto: EMS/Waltz)

Für Bien Bangapadang aus Indonesien hat der Besuch in Deutschland mit dem Vorurteil aufgeräumt, es gäbe keine jungen Menschen in deutschen Kirchen. (Foto: EMS/Waltz)

„Ich hatte gehört, dass in Deutschland die jungen Menschen nicht gerne sonntags in den Gottesdienst gehen“, erzählt Bien Bangapadang von der Protestantischen Kirche in Südost-Sulawesi, einer der neun indonesischen Mitgliedskirchen der EMS, beim Abschlussabend. Umso überraschter sei er gewesen, als ihm beim Gottesdienstbesuch Anfang Mai nicht nur Senioren begegnet sind. „Die Hälfte der Gottesdienstbesucherinnen und -besucher waren jung“, so der Indonesier begeistert. Auch Pfarrer Samuel Odjelua von der Presbyterianischen Kirche von Ghana ist überzeugt, dass die deutschen Kirchen eben nicht am Aussterben seien. Er habe – wie sein indonesischer Kollege – eine sehr lebendige Gemeinde mit Menschen allen Alters im badischen Ettlingen erlebt. Eine Empfehlung aus seiner eigenen Erfahrung hatte er jedoch: „In Deutschland scheint der Pfarrer oder die Pfarrerin den gesamten Gottesdienst zu gestalten, in Ghana binden wir beispielsweise bei den Schriftlesungen unsere Jugend ein. Das könnte ich mir hier auch gut vorstellen.“ Der Besuch des christlichen Jugendkongresses Christival hat die Gruppe des Team Visit zudem darin bestätigt, dass es durchaus junge Christinnen und Christen in Deutschland gibt. „Dort waren über 10.000 junge Menschen und wir mittendrin. Ich kam mir fast alt vor“, berichtet der 32-jährige Malaysier Soulus Jeffrin. „Sie sind die Gegenwart und die Zukunft der Kirche“, ist er überzeugt.

Diakonissen Speyer-Mannheim und die Mission in institutioneller Diakonie beeindruckt. (Foto: EMS/Waltz)

Diakonissen Speyer-Mannheim und die Mission in institutioneller Diakonie beeindruckt. (Foto: EMS/Waltz)

Den beiden Frauen der Gruppe ist besonders der Besuch der Diakonissen Speyer-Mannheim in Erinnerung geblieben. „Dort habe ich den Geist von Diakonie kennengelernt“, so LEE Hee Jeong, Delegierte der Presbyterianischen Kirche von Korea. Das Leitbild der Diakonissen, aus christlicher Nächstenliebe Menschen zu helfen, habe sie inspiriert. Neben dem Besuch des Krankenhauses, eines Altenheims und der Ausbildungsstätte für Erzieherinnen und Pfleger hat die Gruppe auch ein Hospiz der Diakonissen besucht. Rana Zankoul aus Jordanien wünscht sich solch eine Einrichtung auch für ihr Heimatland. „Dort können Menschen ihre letzten Wochen in Frieden und ohne Schmerzen verbringen – welch wichtige Aufgabe für uns als Kirche“, so die Pfarrersfrau. Im Hospiz seien die Menschen keine Patienten, sondern Gäste – ein wichtiges Detail des Konzepts, das Rana Zankoul mit zurück in ihre Heimat nimmt.

Auf die vier Team Visits folgt im kommenden Jahr ein internationales Symposium, bei dem die Beobachtungen und Erkenntnisse der einzelnen Gruppen für die Ausrichtung und das Zusammenwirken der EMS-Gemeinschaft fruchtbar gemacht werden sollen.

Quelle: https://ems-online.org/     Corinna Waltz

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