Weihnachtstraditionen in Korea

Nachfolgend finden Sie eine Weihnachtsperspektive von unserem koreanischen Kollegen, Pfarrer Dr. Changhwan Kim.

 

Weihnachtstraditionen in Korea

In Korea (der Republik Korea) gibt es mehr Christen als in vielen anderen asiatischen Ländern wie China, Japan und Taiwan (Christen machen etwa 25 bis 30% der Bevölkerung aus). Im Gegensatz zu Japan oder China ist Weihnachten auch in Korea wie in Deutschland oder den meisten westlichen Ländern ein offizieller Feiertag. Die Koreaner haben also den Tag frei von Arbeit und Schule!

Daher wird Weihnachten in Korea in größerem Umfang gefeiert, einschließlich in Geschäften, Hotels, Resorts, Einkaufszentren, Kaufhäusern, auf der Straße und sogar in Unternehmen. Kirchen sind mit Lichtern geschmückt und viele haben ein leuchtend rotes Neonkreuz darauf.

Es gibt viele Weihnachtsdekorationen auf den Straßen, in Hotellobbys, Einkaufszentren und sogar öffentlichen Gebäuden. Kaufhäuser zeigen große weihnachtliche Displays. Es gibt auch eine tolle Lichterdekoration in der Hauptstadt Seoul. Die Lichter sind überall im Stadtzentrum, einschließlich der Brücken über den Han-Fluss. Einige Menschen (insbesondere Christen und Menschen aus dem Westen, die in Südkorea leben) haben zu Hause Dekorationen, darunter einen Weihnachtsbaum.

Als der symbolischste Weihnachtsbaum kann der höchste und größte Weihnachtsbaum in der Nähe der entmilitarisierten Zone (DMZ) in Korea angesehen werden. Er weist in Richtung Nordkorea als Symbol für Frieden und Evangelium.

 

Die meisten Kirchen feiern am Weihnachtstag einen Gottesdienst. Zu Weihnachten in die Kirche zu gehen, wird auch unter Nichtchristen immer beliebter.

Der „Weihnachtskessel“ ist auch ein wichtiges Weihnachtsereignis. Es wird von der koreanischen Heilsarmee für wohltätige Zwecke und zur Ausübung christlicher Liebe während der Weihnachtszeit veranstaltet.

Und beim Weihnachtsgottesdienst gibt es eine spezielle Kollekte. Die meisten Kirchen geben das Ergebnis dieser Kollekte normalerweise weiter für Arme, ältere Menschen in Pflegeheimen, an Waisenhäuser, Gefangene usw..

Weihnachtsgeschenke werden ausgetauscht und ein beliebtes Geschenk ist Geld! Tatsächlich Geschenke zu geben ist populärer geworden, aber Geld zu geben ist immer noch sehr verbreitet.

Der Weihnachtsmann als eines der Weihnachtssymbole ist auch in Korea zu sehen, trägt aber möglicherweise Rot oder Blau!

Ein beliebtes Weihnachtsessen ist ein Weihnachtskuchen, es ist oft ein Biskuitkuchen mit Sahne aus einer örtlichen Bäckerei! Oder es gibt sogar eine Eistorte aus einem Geschäft wie ‚Baskin Robbins‘!

Leider dürfen koreanische Kirchen aufgrund der Corona Pandemie derzeit fast alle Aktivitäten wie Hausbesuche, Erweckungsgottesdienste (revival worship), Exerzitien, Seminare, verschiedene Versammlungen usw. nicht durchführen, mit Ausnahme formeller Gottesdienste. Natürlich kann ein Trauer- oder Hochzeitsgottesdienst abgehalten werden, aber es gibt eine Begrenzung für die Teilnahme von bis zu 50 Personen.

Vermutlich werden Weihnachtsveranstaltungen in diesem Jahr fast unmöglich sein, da Weihnachtsveranstaltungen und Weihnachtskantaten viel Vorbereitung und sehr viele Proben erfordern. Darüber hinaus belastet die Corona-Situation auch die soziale Atmosphäre, z.B. beim Schmücken des Weihnachtsbaums oder der Räume für die Weihnachtsfeier. Normalerweise hält die koreanische Kirche Weihnachtsschmuck für wichtig. So wird normalerweise ein riesiger Weihnachtsbaum in Zentral-Seoul und in der DMZ für Nordkorea aufgestellt. Dieses Jahr gibt es noch keine Neuigkeiten. Vielleicht wird dies die Regierung wegen Corona nicht erlauben.

Weihnachtskultur in Korea hat drei besondere Bedeutungen:

Erstens ist Korea das einzige asiatische Land, das Weihnachten als Nationalfeiertag feiert (seit 1945), mit Ausnahme der Philippinen. Dies bedeutet, dass das Christentum das Leben der Menschen in Korea so stark beeinflusst hat.

Das zweite ist, dass koreanische Kirchen während der Weihnachtszeit an diakonischen Diensten für Arme, ältere Menschen in Pflegeheimen, Waisenhäusern, für Gefangene usw. beteiligt sind.

Als drittes kann gesagt werden, dass die Weihnachtszeit einen großen Einfluss auf die Koreaner hatte und sie damit gegenüber dem Evangelium und den Missionsaktivitäten aufgeschlossener waren.

Im Westen versammeln sich Familien an Heiligabend oder am Weihnachtstag, und viele Menschen besuchen ihre Eltern und Verwandten im Seniorenheim, aber in Korea gibt es keine Kultur, in der sich Familien versammeln, besonders weil Weihnachten ist. Im Gegenteil, es gibt viele kirchliche Veranstaltungen an Heiligabend und am Weihnachtstag, so dass es in Korea viele kirchenzentrierte Versammlungen oder Veranstaltungen gibt, und auch viele Treffen oder Veranstaltungen unter Freunden. Besonders für Pastoren wie mich ist es nicht einfach, die Weihnachtszeit mit der eigenen Familie zu verbringen, da es so viele kirchliche Veranstaltungen gibt, wie Heiligabendgottesdienst, spezieller Weihnachtsgottesdienst am frühen Morgen, Gottesdienst am Weihnachtstag (normalerweise 2-3 Mal), Weihnachtskantate. Jeder Gedenkgottesdienst in der koreanischen Kirche findet hauptsächlich am Sonntag statt, aber nur der Weihnachtsgottesdienst findet am Weihnachtstag statt.

 

 

 

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