Für lange Zeit galten die Küstengewässer Ghanas als die fischreichsten in Afrika. Die Fischerei ist ein traditioneller Wirtschaftszweig, der früher vielen Menschen eine einträgliche Arbeit verschafft hat. Seit etlichen Jahren ist ein Schwund an Fischbeständen zu beklagen und das trifft für alle an der Atlantikküste liegenden Länder Westafrikas zu. Verantwortlich dafür sind insbesondere ausländische, fabrikmäßig und mit großen Schleppnetzen ausgerüstete Fischfangschiffe. Diese können mit modernster Fangtechnologie an einem Tag so viel Fisch fangen und verarbeiten, wie das einem einfachen Fischer in seinem ganzen Leben nicht möglich ist. Die großen Fischtrawler kommen meist aus Europa und Asien. Einige betreiben den industriellen Fischfang gemäß einem Fischereiabkommen mit den Regierungen, für das von der EU Subventionen entrichtet werden. Andere fischen illegal ohne Genehmigung. Die einheimischen Fischer haben im Gegenzug damit begonnen für das Fischen Dynamit zu verwenden, ein fragwürdiges Vorgehen. Die toten Fische können dann an der Wasseroberfläche eingesammelt werden. Fisch gilt in Ghana als Hauptquelle an tierischem Eiweiß. Jetzt muss die frühere Fischfangnation die Hälfte des Bedarfs an Fisch vom Ausland importieren.