„Wir müssen anpflanzen, was wir essen und essen, was wir anpflanzen“, so war vor Jahren ein Slogan auf öffentlichen Tafeln zu lesen. Es war wohl der Versuch, vermehrt die Selbstversorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln voranzubringen, um dadurch teure Importe zu verringern. So richtig und wichtig diese Forderung für die Stärkung der Eigenständigkeit eines Landes sein mag, so lassen die wirtschaftlichen und politischen Realitäten eine solche Forderung obsolet erscheinen. Die Fakten sprechen für sich: Über 70% der landwirtschaftlichen Betriebe in Ghana sind kleiner als zwei zwei Hektar. Weniger als 80% aller landwirtschaftlichen Produkte werden von diesen kleinen Betrieben erzeugt. Die Vermarktungsmöglichkeiten sind zudem eingeschränkt. Im Verhältnis zu den europäischen Produzenten landwirtschaftlicher Erzeugnisse besteht ein riesiges, bislang unüberwindbares Gefälle. Beispiel Milchproduktion: Kühe in Europa geben täglich ca. 30 Liter Milch, eine afrikanische Kuh höchstens 6 bis 7 Liter, in der Trockenzeit erheblich weniger. Das Missverhältnis besteht auch in der Anzahl von Kühen hier wie dort. Mit der Subvention der Milch-Bauern in der EU kann Milchpulver hergestellt werden, das dann z.B. in afrikanische Länder in großen Mengen exportiert wird. Auf diese Weise und wegen der äußerst niedrigen Einfuhrzölle können Milchprodukte dort extrem günstig angeboten werden. Die einheimischen Bauern können angesichts dieser Bedingungen mit der von ihnen produzierten Milch nur schwer mithalten.