Afrikanische Schnitzfigur „Partnerschaft“ (Aus einer traditionellen Werkstatt von Handwerkern der Schnitzkunst in Guinea /Westafrika) . Zwei Figuren, die erkennbar verschieden sind. Sie bilden ein Paar. Sie sitzen sich gegenüber von Angesicht zu Angesicht, auf Augenhöhe. Sie schauen einander an mit festem Blick. Keiner will ohne das Gegenüber sein. Sie brauchen einander. Das kann man sehen: Sie stützen sich gegenseitig mit Beinen und Füßen ab und geben so einander Halt. Jeweils der rechte Arm ist dem Anderen auf die Schulter gelegt, Ausdruck ihrer innigen Gemeinschaft. Der Andere ist unverzichtbar für das eigene Leben. Beide sind bereit, sich wechselseitig zu ergänzen und zu stärken. Über den Köpfen der beiden Figuren liegt ein ebenmäßiges, leicht gebogenes Holzstück; es hat die Form eines Daches. Vielleicht soll es Ausdruck dafür sein, dass das Paar die ihm auferlegte Lasten gemeinsam trägt. Ein Sprichwort aus Ghana lautet: „Wer eine Last zu tragen hat, tut dies am besten gemeinsam mit anderen.“ Ich erfahre, dass das geschnitzte Kunstwerk auch als Nackenstütze gebraucht worden ist. D.h. ein Mensch, der eine Ruhepause braucht, um neue Kräfte zu sammeln, legt sein Haupt auf das über den Köpfen quer liegende Holz. In übertragenem Sinn darf man es vielleicht auch so deuten: Da, wo das Leben mit Wohl und Wehe auf der belastbaren Grundlage von Gleichheit und gegenseitiger Akzeptanz miteinander geteilt wird, da ist der Friede zuhause.