Die rasche wirtschaftliche Entwicklung Südkoreas und der Aufstieg zu einer der führenden Industrienationen hatte seinen Preis. Millionen von Arbeiterinnen und Arbeiter schufteten in den Siebziger- und Achtzigerjahren unter miserablen Arbeitsbedingungen bei Missachtung von Menschenrechten. Es entstanden z.B. viele Kleinstbetriebe, vor allem Textilwerkstätten, weil Textilwaren sowie Schuhe ein wichtiger Faktor der alles dominierenden Exportindustrie war. Es musste möglichst billig produziert werden, und das bedeutete ein ganz niedriges Lohnniveau. Die Arbeitsbedingungen der dort größtenteils beschäftigten Frauen, aber auch in der Gastronomie, waren menschenverachtend. Es gab keinen Schutz am Arbeitsplatz mit oft 70 und mehr Wochenarbeitsstunden sowie keinerlei Rechte, die hätten geltend gemacht werden können, trotz der bestehenden Arbeitsgesetze. Es war pure Ausbeutung auch in den größeren Betrieben mit Akkordarbeit (Bild: Herstellung von Klavierbestandteilen). Gewerkschaften, die sich nach und nach bildeten bzw. erkämpft wurden, konnten meistens wenig an Verbesserungen der Lage erreichen.