Bolivien

Unterwegs erlebt

Land und Leute

Bolivien liegt im Herzen Südamerikas: Trockene Savannen, tropische Regenwälder, Andenketten und dazwischen das Hochland mit dem Titicacasee. Über die Hälfte der rund 11 Millionen Bolivianer sind indianische Ureinwohner. Viele leben noch in eigenen Siedlungen, in tausenden „comunidades indigenas“ und sprechen Spanisch, Aymará, Quechua und Guarani.

Das Binnenland wurde von vielen Kulturen und Königreichen erobert. Von der Kolonialherrschaft der Spanier wird das Land 1825 von Simon Bolivar befreit: Darum Bolivien. Immer wieder hatte das Land mit Militärjuntas, Revolutionen und Bürgerkriegen zu kämpfen.

Bolivien zählt bis heute zu den ärmsten Ländern Südamerikas. Über die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut. Die Landwirtschaft ernährt die Bauern kaum, der Anbau von Koka ist umstritten. Im Jahr 2019 wurden Brandrodungen im tropischen Trockenwald legalisiert, um neue Agrarflächen zu schaffen. Dadurch ist das Ökosystem sehr gefährdet. Es fehlt zudem an Bildung und Gesundheitsvorsorge.

Seit 2005 war Evo Morales Ayma der erste indigene Staatspräsident. Eine Lange Zeit konnte Morales dem Land politische Stabilität bescheren. Seit 2019 befindet sich Morales im Exil: die politische Zukunft Boliviens ist unsicher und das Land steht vor großen Herausforderungen.

 

Gemeinden und Glauben

Der Römisch-Katholischen Kirche gehören etwas weniger als 80 % der Bevölkerung an. Die Pfingstkirchen haben Zulauf. Daneben gibt es Methodisten und Baptisten sowie die Evangelisch-Lutherische Kirche.

Die „Iglesia Evangelica Luterana Boliviana“ (IELB) wurde 1972 als selbstständige Kirche gegründet. Eine Folge der Missionsarbeit US-Amerikanischer Missionare seit den 40er Jahren. Inzwischen zählt die Kirche rund 20000 Mitglieder in 120 Gemeinden. Die 10 Kirchenkreise liegen in den Departamenten La Paz, Santa Cruz, Cochabamba und Pando.

Die Gemeinden sind arm wie das Land. Die wenigen ausgebildeten Theologen brauchen darum einen weiteren Beruf. Gehälter gibt es nicht für die 26 Pfarrer und Pfarrerinnen. Auch nicht für die ersten beiden Pfarrerinnen, die 2008 in La Paz ordiniert wurden.

Dafür ist die Kirche reich an Evangelisten. Mehr als 100 Laien sind im Predigtamt und sagen das Evangelium in vielen einheimischen Sprachen weiter.

 

Partnerschaften

Die Evangelisch-Lutherische Kirche Boliviens ist seit 2002 in partnerschaftlichen Beziehungen zur Partnerkirche der Pfälzischen Landeskirche. Sie unterstützt Programme und Projekte wie das Mädchenwohnheim in Caranavi.

Die Arbeit wird mit Mission 21 – Evangelisches Missionswerk Basel und dem Gustav-Adolf-Werk koordiniert.

 

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