Bolivien

Unterwegs erlebt

Land und Leute

Bolivien liegt im Herzen Südamerikas: Trockene Savannen, tropische Regenwälder, Andenketten und dazwischen das Hochland mit dem Titicacasee. Über die Hälfte der rund 10 Millionen Bolivianer sind indianische Ureinwohner. Sie leben meist in eigenen Siedlungen, in tausenden „Communidades indigenas“ und sprechen Spanisch, Aymará, Quechua und Guarani.

Das Binnenland wurde von vielen Kulturen und Königreichen erobert. Von der Kolonialherrschaft der Spanier wird das Land 1825 von Simon Bolivar befreit: Darum Bolivien. Immer wieder hatte das Land mit Militärjuntas, Revolutionen und Bürgerkriegen zu kämpfen.

Bolivien zählt bis heute zu den ärmsten Ländern Südamerikas. Über die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut. Die Landwirtschaft ernährt die Bauern kaum, der Anbau von Koka ist umstritten. Es fehlt an Bildung und Gesundheitsvorsorge.

Seit 2005 ist Evo Morales Ayma als erster Indigene Staatspräsident. Sein Ziel: Armut und Korruption bekämpfen. Und seine indigenen Landsleute den Weißen im Land gleich stellen.

 

Gemeinden und Glauben

Der Römisch-Katholischen Kirche gehören über 80 % der Bevölkerung an. Die Pfingstkirchen haben Zulauf. Daneben gibt es Methodisten und Baptisten sowie die Evangelisch-Lutherische Kirche.

Die „Iglesia Evangelica Luterana Boliviana“ (IELB) wurde 1972 als selbstständige Kirche gegründet. Eine Folge der Missionsarbeit US-Amerikanischer Missionare seit den 40er Jahren. Inzwischen zählt die Kirche rund 20000 Mitglieder in 120 Gemeinden. Die 10 Kirchenkreise liegen in den Departamenten La Paz, Santa Cruz, Cochabamba und Pando.

Die Gemeinden sind arm wie das Land. Die wenigen ausgebildeten Theologen brauchen darum einen weiteren Beruf. Gehälter gibt es nicht für die 26 Pfarrer. Auch nicht für die ersten beiden Pfarrerinnen, die 2008 in La Paz ordiniert wurden.

Dafür ist die Kirche reich an Evangelisten. Mehr als 100 Laien sind im Predigtamt und sagen das Evangelium in vielen Sprachen weiter.

 

Partnerschaften

Die Evangelisch-Lutherische Kirche Boliviens ist seit 2002 in partnerschaftlichen Beziehungen zur Partnerkirche der Pfälzischen Landeskirche. Sie unterstützt Programme und Projekte wie das Mädchenwohnheim in Caranavi.

Die Arbeit wird mit mission 21-evangelisches missionswerk basel und dem Gustav-Adolf-Werk koordiniert.

 

Weitere Partner

Partnerschaft zum Centro Cultural Ayopayamanta, unter anderem vom Freundeskreis Kunan Mink’a. Beziehungen zur Ökumenischen Hochschule für Andine Theologie ISEAT. Die Prot. Kirchengemeinde Ludwigshafen-Edigheim begleitet die Kirchengemeinde Tilata in Bolivien. Die Prot. Martin-Lutherkirchengemeinde in Neustadt unterstützt die Arbeit der Fundación Pueblo. Die Prot. Dreifaltigkeitskirchengemeinde in Speyer pflegt ebenfalls Kontakte mit Bolivien.