Korea

Unterwegs erlebt

Also ihr habt alle so ähnliche Nasen. Gemeint sind damit wir Langnasen. Unsere Brüder und Schwestern in Korea tun sich zuweilen schwer, uns Pfälzer auseinander zu halten. In vertrauter Runde und zu fortgeschrittener Stunde kann man dann hören: „Ihr seht alle so ähnlich aus! Aber wir für euch wahrscheinlich auch?“ Aus diesem Grund tragen viele Koreaner bei Besuchen in der Pfalz vom ersten bis zum letzten Tag Namensschilder.
Marianne Wagner

 

Land und Leute

Die Halbinsel Korea liegt zwischen China und Japan. Das Gebiet ist etwa so groß wie die alten Bundesländer und seit 1948 geteilt. Im Norden die Demokratische Volksrepublik Korea mit rund 24 Millionen Einwohnern. In der Republik Südkorea leben etwa doppelt so viele Menschen.

Die Teilung und der Bruderkrieg von 1950 bis 1953 sind bis heute für viele traumatisch: Ein geteiltes Land mit getrennten Familien und verfeindeten Regimes.

Das stalinistische Nordkorea ist weitgehend isoliert und wird wegen des Atomprogramms kritisiert. Im kapitalistischen Südkorea boomte ab den 1960er Jahren die Wirtschaft. Auch bedingt durch die Ausbeutung der Arbeiter unter der Militärdiktatur. Von der Wirtschaftskrise Ende der 90er Jahre hat sich das Land inzwischen wieder weitgehend erholt.

Rund 25 % der Bevölkerung sind Christen, 35 % Buddhisten. Die Koreaner sind stark vom Konfuzianismus geprägt, hierarchisch und patriarchalisch. Auch Schamanismus ist verbreitet.

 

Gemeinden und Glauben

In Korea ist im 17. Jahrhundert zunächst der Katholizismus aus China angekommen – durch reisende Koreaner. Amerikanische Presbyterianer und Methodisten bringen erst zwei Jahrhunderte später den Protestantismus ins Land.

Heute zählt die Presbyterianische Kirche von Korea (PCK), welche ein Mitglied der „Evangelischen Mission in Solidarität“ EMS ist,fast drei Millionen Mitglieder und ist selbst stark in der Weltmission. Bereits 1917, anlässlich der Synodengründung, sendet sie Missionare nach Japan, Russland und China. Heute sind über 1000 MitarbeiterInnen in 82 Ländern missionarisch tätig.

Obwohl die Kirchen ist Korea noch jung sind, ist der Protestantismus nicht mehr fremd. Die Gemeinden engagieren sich auch zunehmend in der Gesellschaft. So haben ChristInnen bereits während der japanischen Besatzungszeit von 1910 bis 1945, mutig Widerstand geleistet. Seither wird auch ihr Glaube als „eigener“, koreanischer anerkannt.

Dennoch bleiben die Christen Minderheit in Korea. Sie stehen im offenen, ökumenischen Dialog mit anderen Glaubensrichtungen – und mit weltweiten Partnerschaften.

 

Partnerschaften

Seit dem Jahr 2000 ist die Pfälzische Landeskirche Partner der „Presbyterianischen Kirche in Korea“. Insbesondere der „Young-Dong-Po-Presbytery“ in Seoul ist unser Ansprechpartner. Die Jugendzentralen Speyer und Germersheim organisieren Jugendbegegnungen.

Seit 2002 besteht zudem eine Dreierpartnerschaft: Kirchen in Korea, in Ghana und der Pfalz haben sich zusammengetan. So wurde etwa in Akosombo gemeinsam eine „Computer-Schule“ gegründet, die Fähigkeiten im IT-Bereich vermitteln soll.

Im „Korea-Arbeitskreis“ des MÖD werden Partnerschaften angeregt und abgestimmt. Auch in Zusammenarbeit mit der „Evangelischen Mission in Solidarität“ EMS.

In Korea setzen wir uns besonders für Frieden und Wiedervereinigung der Halbinsel ein.