Ein himmelgrünes Wunder

Kirche auf der Landesgartenschau: Ökumenische Projektleiterinnen ziehen positive Bilanz

Landau (lk/is). Der Kirchenpavillon und das Kirchenprogramm „himmelgrün“ waren ein Publikumsmagnet auf der am 18. Oktober zu Ende gegangenen Landesgartenschau Landau 2015 (LGS). Rund 80.000 Menschen besuchten gezielt die Beiträge der beiden Kirchen im Pavillon und auf den großen Bühnen. Die ökumenischen Projektleiterinnen zeigten sich überwältigt vom Erfolg. 

In den 185 Tagen der LGS wurden unter dem Motto himmelgrün rund 400 Andachten, 40 Gottesdienste und Themengottesdienste sowie 260 Kulturveranstaltungen – Konzerte, Kabarett und Theater – angeboten. Etwa 80 Angebote im Grünen Klassenzimmer kommen hinzu. Besonders die beiden täglichen „atempausen“, an denen teils auch Vertreter einiger Freikirchen beteiligt waren, wurden gut wahrgenommen. „Eine eigene Gemeinschaft ist entstanden, himmelgrün ist für viele zum Sehnsuchtsort geworden“, beschreibt Pastoralreferentin Christine Lambrich ihre Erfahrung, „die Kirche der Zukunft ist kreativ und ökumenisch“. Auch zu Taizégebeten und dem Fronleichnamstag kamen tausende Menschen.

„Der Kirchenbeitrag war ungewöhnlich umfangreich“, resümierte der Geschäftsführer der Landesgartenschau Matthias Schmauder in seiner Dankesrede zum Abschlusstag, „ich dachte anfangs, das schaffen sie nie. Aber die Kirche trug von 2.000 Veranstaltungen rund 700 und war damit einer der attraktivsten und aktivsten Partner“. Schwerpunkte des Programms waren Kinder- und Familientage sowie das Thema Inklusion. Dieses sowie die kirchlichen Kernthemen „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ wurden unter anderem in vier Ökumenischen Themenwochen aufgegriffen. Ziel war, globale Herausforderungen lokal anzugehen, etwa mit einem Klimafrühstück, einem mulitreligiösen Gespräch und Gebet, oder mit dem Einbinden von Flüchtlingen. „Die weltverändernde Dimension der Guten Nachricht zu zeigen, war uns auch wichtig. Ebenso wie der Austausch zwischen Kirche und Kultur“, meint Gartenschaupfarrerin Mechthild Werner.

Der Auftritt von Kabarettpreisträger Martin Zingsheim, After-Work-Events mit Heimatpoet Michael Bauer und Wolfgang Schuster, eine Lesung mit Martin Graff gehörten zu den kulturellen Highlights. Die drei Gastspiele des Pfalztheaters Kaiserslautern waren ebenso beliebt wie die vierzehntägigen biblischen Weinproben in Kooperation mit der Vinothek ParTerre. Zwei Ausstellungen in den Stadtkirchen St. Maria und Stiftskirche im Kultursommer, einige Konzerte sowie die Ausstellung „Koffer für die letzte Reise“ bildeten ein attraktives Rahmenprogramm in der Stadt. Auch die Begrünungsaktionen „go paradise“ in diversen Pfarrgärten oder der Mitmachgarten auf dem Gelände boten über die Gartenschau hinaus einen Mehrwert.

Höhepunkte waren zudem der live ARD-Gottesdienst mit Radioübertragung aus dem Kirchenpavillon zu Pfingsten, der etwa eine halbe Million Menschen erreichte, die Musical-Uraufführung „Blauer Planet“ zum Ersten Ökumenischen Kinderchortag mit rund 1.500 Aktiven und Besuchern. Zwei Frauentage konnten 2.000 Besucherinnen verzeichnen, der Landesposaunentag rund 800 Aktive. Nachgefragt waren auch zwei Segnungsgottesdienste für Paare sowie einige Taufen im himmelgrün. Prominente wie Heiner Geißler und Friedrich Schorlemmer nahmen auf der Kirchgartenbank Platz. „Ohne das Engagement von etwa 230 Menschen, die ehrenamtlich im Präsenzdienst am Pavillon, im Andachts- und Musikteam oder in thematischen Gruppen ehrenamtlich tätig waren, wäre das alles kaum möglich gewesen. Ein himmelgrünes Wunder!“, sind sich die Projektleiterinnen einig.

Ingesamt 80.000 Menschen besuchten die Veranstaltungen, etwa 500.000 kamen zu einer Stippvisite in den Pavillon nahe beim Aussichtsturm. Die Einträge im Gästebuch zeigen die positive Resonanz, auch zur ungewöhnlichen Architektur. Der Kirchenpavillon war beliebtes Fotomotiv. Der elliptische Bau mit dem Himmelsauge ist aus einheimischer Douglasie erbaut, die Lamellen spielen mit dem Licht. Das Kaiserslauterer Architektenduo Andrea Uhrig und Prof. Dirk Bayer erhielt im September für den Pavillon „himmelgrün“ eine Auszeichnung des „Bund Deutscher Architekten“ (BDA) im Landesverband Rheinland-Pfalz. Altar und Ambo der international renommierten Landauer Künstlerin Madeleine Dietz runden den Altarraum ab.

Der Pavillon wird auch nach der LGS stehen bleiben. Das Bistum Speyer schloss aus finanziellen und personellen Engpässen eine Nachnutzung zunächst aus. Der Bau wird darum mit Unterstützung der Stadt Landau von der Evangelischen Landeskirche der Pfalz mindestens auf die Dauer von fünf Jahren als „Kirche im Grünen“ weiter getragen und genutzt werden. Bereits am Freitag, 4. Dezember um 17.30 Uhr ist ein Adventssingen mit dem Stop-and-go-Team der Stiftskirche Landau geplant.

Hinweis: Unter dem Motto „himmelgrün“ boten vom 17.April bis 18.Oktober das Bistum Speyer und die Evangelische Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) auf der Landesgartenschau Landau ein umfangreiches kirchliches und kulturelles Programm rund um den Kirchenpavillon. Die Homepage wird für kommende Veranstaltungen weiter aufrufbar sein: www.himmelgruen-landau.de.

Quelle: Evangelische Landeskirche der Pfalz

www.evkirchepfalz.de

21.10.2015, Landau

 

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