Weltmission und Kulturaustausch – Rückwirkungen der Basler Mission am Oberrhein

Ende Januar lud der Verein für pfälzische Kirchengeschichte in Landau zu einer Jubiläumstagung anlässlich „200 Jahre Basler Mission“ ein

Über 40 Frauen und Männer aus der Pfalz wurden von der Basler Mission in die Welt geschickt — und brachten ihre Erfahrungen in die Heimat zurück. Unter dem Titel „Weltmission und Kulturaustausch“ lud der Verein für pfälzische Kirchengeschichte am 23./24. Januar zur ersten Tagung des Jubiläums­jahres „200 Jahre Basler Mission“ in die Evangelische Akademie in Landau ein.

Paul Jenkins, der langjährige Leiter des Archivs in Basel, gab zunächst einen Überblick über die Geschichte der Basler Mission, bevor drei Pfälzer Missionare näher vorgestellt wurden: Heinrich Bohner (1842-1905), „der Schuhma­cher Gottes“ und seine Arbeit auf der Goldküste und in Kamerun, Eugen Rapp (1904-1977), der die Sprachen Westafrikas erforschte, und die Missionsärztin Emma Margarete Metzger (1879-1970). Anhand dieser drei Missionare zeigte der Referent die vielfältige Arbeit der Basler Mission von der Evangeliumspredigt und Gemeindegründung über die Erforschung der Sprachen bis zum Gesundheitsdienst auf.

Im Anschluss schilderte Pfarrer Christoph Krauth, wie die Erfahrungen der Missionare in der Heimat bekannt gemacht wurden. Neben den Publikationen der Mission geschah das vor allem auf den Missionsfesten. 1848 wurde das erste Landesmissionsfest gefeiert. Durch diese Feste sei die Zahl der Missionsvereine in der Landeskirche auf über 200 gesteigen, sodass es fast in jeder zweiten Gemeinde eine solche Unterstützer­gruppe gegeben habe.

Einen Einblick in die vielfältigen Motive der jungen Leute, die sich für den Missionsdienst meldeten, gab Professor Dieter Becker. Eine große Rolle habe gespielt, dass nach dem Ende der napoleonischen Kriege die Nachrichten über die Greul des Sklavenhandels in Deutschland verbreitet wurden. Die Wiedergutmachung für diese Verbrechen weißer Menschen sei deshalb eines der Motive gewesen. Andere wollten auf der Grundlage von Matthäus 24,14 durch ihren Einsatz das Kommen des 1000-jährigen Friedensreiches fördern. Und wieder Andere hätten von den schlimmen Lebensbedingungen der Menschen auf anderen Kontinenten gehört und wollten ihnen die Liebe Christi vermitteln.

Professor Volker Küster aus Mainz zeigte die Wandlungen der Mission in den vergangenen 200 Jah­ren auf. Aus den früheren Missionsgebieten sind inzwischen selbständige Kirchen geworden. Die Basler Mission arbeitet heute mit anderen Missionen in der EMS und mit Mission 21 in der Schweiz zusammen.

Das abschließende Podium mit Oberkirchenrat Manfred Sutter und der EMS-Vorsitzenden Marianne Wagner zeigte auf, welche gemeinsamen Herausforderungen die Kirchen aller Kontinente heute haben. Dabei können wir in Deutschland aus den Erfahrungen unserer Partnerkirchen vieles lernen, beispielsweise in Bezug auf das Zusammenleben mit Angehörigen anderer Religionen. Die zahlreichen Partner­schaften und der Personalaustausch halten die Verbindungen lebendig.

Jürgen Quack

Quelle: Evangelische Mission in Solidarität (EMS)

 

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