Idee #11 Abendmahl zu Hause feiern

Besonders schmerzlich empfinden es Gemeindemitglieder in diesen Krisenzeiten, das Abendmahl nicht in der Gemeinde feiern zu können.

Sakramentales Fasten?

In Foren und Netzwerken wird deshalb unter Pfarrer*innen das sakramentale Fasten diskutiert, wie es in der Kirchengeschichte in Krisenzeiten oft geübt wurde. Vertreter des sakramentalen Fastens sagen: Zum Abendmahl gehört die erlebte Nähe und Gemeinschaft. Und die ist jetzt nicht möglich. Wir werden uns umso mehr freuen, wenn wir uns wieder sehen können und im Gottesdienst Abendmahl feiern.

 

Abendmahl zu Hause in der Familie

Andere möchten dem Bedürfnis der Menschen nach einer Abendmahlsfeier gerade jetzt entgegenkommen und suchen nach neuen Formen.

Geht Abendmahl auch zu Hause?

Es gibt erprobte Formen der Abendmahlsfeier zu Hause in der Familie. Ein besonders schönes Beispiel kommt von Pfarrer Dr. Wolfram Kerner:

https://youtu.be/W6Xsn6gy3o0

Unter dem Link gibt’s zum YouTube-Video im Erläuterungstext auch die verwendete Mini-Liturgie zum PDF-Download verlink

Eine ebenfalls schöne Liturgie, erarbeitet in der Evangelischen Kirche von Westfalen findet sich unter https://kirchejetzt.de/abendmahl-zu-hause/

 

Abendmahl zu Hause allein

Und was ist, wenn jemand krank oder in der Quarantäne allein zu Hause ist?

Wie schön, wenn dann dennoch Besuch möglich ist und eine zweite Person da ist,

mit der dieser Mensch Abendmahl feiern kann.

Und was ist, wenn jemand ganz alleine ist? Wenn es keine zwei Menschen gibt, die sich gegenseitig Brot und Wein reichen können?

Darf ein Christenmensch sich auch selber Brot und Wein reichen?

Menschen für die eine regelmäßige Abendmahlsfeier eine wichtige Ausdrucks ihres Glaubens ist und/oder die digital natives sind, ist das ein sicherlich wenig abständiger Gedanke.

In einem aktuellen Text der EKD von Anfang April 2020 heißt es:

Christus selbst ist dann der andere, der mir Brot und Wein reicht.

https://www.ekd.de/hinweise-zum-umgang-mit-dem-abendmahl-in-der-corona-krise-54828.htm

Aber durchaus auch die Schwester oder der Bruder, der im übertragenen Gottesdienst nach den Einsetzungsworten Brot und Wein reicht.

Wer an einem Online-Gottesdienst teilnimmt, kann sich vorher Brot und Wein oder Saft richten – oder kann dafür die Pausenschaltung betätigen, wenn sie oder er zu Beginn des Gottesdienstes hört, dass im Rahmen dieser Übertragung Abendmahl gefeiert wird.

Ist das erlaubt? Möglich? Würdig und recht?

So weit ich sehe, wird diese Frage am Intensivsten auf www.evangelisch.de diskutiert, wo auch eingeladen wird, mitzudiskutieren.

In den Foren und auch in den offiziellen Stellungnahmen der Evangelischen Kirche in Deutschland gibt es keine eindeutige Stellungnahme.

Abendmahl im Kloster

In den Tagen um Ostern haben einige klösterliche Gemeinschaften ihre interne Abendmahlfeier zum ersten Mal ins Internet gestellt und eingeladen, mit ihnen zu feiern.

Zum Beispiel die Christusträger, die mit mehreren Pfälzer Kirchengemeinden verbunden sind:

https://www.youtube.com/watch?v=AWhajOJnxDI&feature=youtu.be

Gerade für Menschen ohne Familie eine besonders schöne Gemeinschaftserfahrung – denn auch die Mitfeiernden am Bildschirm sind Singles.

Gunter Schmitt