Idee #12 Neue Grußrituale für Gottesdienste in Corona-Zeiten

Die Landesregierung hat sich mit Vertretern der Kirchen und Religionsgemeinschaften am 18. April darauf verständigt, dass nach dem 30. April wieder öffentliche Gottesdienste zugelassen werden – „unter strenger Einhaltung der Corona-Sicherheitsmaßnahmen“ und nur, „wenn ein überzeugendes Schutzkonzept vorliegt“.

Was das im Einzelnen heißt, muss in den letzten Tagen des April durchdekliniert werden, wenn ab 30. April wieder Gottesdienste gefeiert werden sollen.

 

Welche liebgewonnen Gewohnheiten müssen wir ändern?

  • Die Begrüßung und Verabschiedung mit Handschlag an der Kirchentür gehört dazu.
  • Und der Friedensgruß mit Händereichen, wie er katholischerseits üblich ist und auch unter Pfälzer Protestanten mancherorts Teil der Abendmahlsliturgie ist.
  • Umarmen und Küsschen rechts und links, wie es in der frankophilen Pfalz hier und da üblich ist, gehen auch nicht mehr.

Welche Alternativen gibt es?

Die bundesrepublikanische Gesellschaft war in den vergangenen Wochen sehr kreativ im Finden neuer Rituale:

Witzig, aber absolut unbrauchbar ist der „Foot-Shake“ oder „Wuhan-Shake“ (die Fußspitzen berühren sich). Und zwar schon deshalb, weil der Mindestabstand nicht eingehalten wird, wie ebenso beim „Ebola-Gruß“ (Ellenbogengelenk an Ellenbogengelenk).

Bei kirchlichen Veranstaltungen vor dem Lockdown Anfang März – wie dem Impulstag von ChurchConvention am 7. März – war die aus Indien stammende Grußgeste „Namaste“ zu sehen. Dabei werden die Innenhandflächen zusammengeführt, in Nähe des Herzens an die Brust gelegt und der Kopf leicht gebeugt. Das war dann aber nicht ernsthaft, sondern eher scherzhaft verlegen gemeint, weil man mit der neuen Situation und den Empfehlungen zur Hygiene noch nicht umgehen konnte.

 

Medial sehr präsent ist in den letzten Wochen ein Gruß, der arabische Anklänge hat:

Die rechte Hand wird aufs Herz gelegt und leicht genickt. Zumindest unter Politikern und Talkshowteilnehmern sehr beliebt, auch Biologin Imme Gerkes favorisiert diesen Gruß.

Aus der Partnerschaft mit der südkoreanischen PCK kennen wir Pfälzer Protestanten die fernöstliche Gruß-Variante.

Beide Innenhandflächen werden auf die Brust in Herznähe gelegt, dazu eine kleine Verbeugung.

Für Koreaner ist bei Gesten wichtig, dass immer beide Hände beteiligt sind.

Und genauso wichtig wie die Hände sind die Augen, die ebenfalls grüßen und immer den einzelnen Menschen fokussieren.

Auch wenn, wie nach dem Gottesdienst, eine Gruppe von Menschen mit einer Geste zu verabschieden ist, schweifen die Augen nicht über eine Gruppe von Menschen, sondern richten sich nacheinander jeweils auf den einzelnen Menschen, der gemeint ist.

Und auch die beiden Hände bleiben nicht die ganze Zeit am Herzen, sondern gehen für jede einzelne Person neu ans Herz.

 

Das hört sich komplizierter an als es ist.

Meine Empfehlung: Ausprobieren!

 

Gunter Schmitt