Idee #18 Hauskreis in Corona-Zeiten – nicht unbedingt mit Zoom, aber mit viel Fantasie

Hauskreise erleben die Krisen-Zeit ganz elementar. Viele machen sich Sorgen, dass der Kontakt abbricht, man sich nach der Corona-Zeit fremd ist oder der Hauskreis ganz wegbricht.

Natürlich wäre auch ein Hauskreistreffen per Videotelefonie möglich – ein klassischer Fall für eine Konferenzsoftware wie Zoom. Aber viele von uns sind von berufswegen so overzoomed (schon jetzt mein persönliches Lieblingswort 2020), dass sie für ihr geistliches Leben und gemeindliche Kontakte andere Wege suchen.

Aber welche? Wir haben eine kleine Umfrage gestartet unter Hauskreisen unserer Landeskirche.

Hier die bisher bei uns eingegangenen Berichte, wie Hauskreise diese Zeit kreativ angehen:

 

  • „Wir beten jeden Sonntag zur gleichen Zeit und lesen den gleichen Bibeltext, ich schreibe einige Fragen und Gedanken dazu in unsere Signal-Gruppe (Anmerkung: Signal ist ein Messenger-Dienst wie Whatsapp, nur viel sicherer). Auch wenn wir uns nicht sehen und hören. Es verbindet uns sehr zu wissen, dass jetzt zur gleichen Uhrzeit jeder eine Kerze anzündet und jeder denselben Bibeltext liest und über dieselben Fragen nachdenkt. Es ist schön, dann von jedem das „Amen“ in Signal zu lesen. Wer eine Frage zum Bibeltext hat, schreibt die einfach in unsere Gruppe. Auch Gebetsanliegen stehen in der Gruppe.“

 

  • „Wir treffen uns per Telefonkonferenz, mit Singen am Telefon, Bearbeitung eines Themas, Austausch und Gebet. Wir haben festgestellt, dass der Bedarf (gerade auch sich auszutauschen) enorm gestiegen ist. Wir sind aus den verschiedensten Richtungen mit den Einschränkungen konfrontiert und es tut einfach gut, das mit anderen zu teilen. Es tut uns jedenfalls allen gut, regelmäßig voneinander zu hören.“

 

  • „Wir besuchen jetzt gemeinsam im Netz Vorträge, Bibelarbeiten, Konzerte, Gottesdienste oder Predigten. Jede Woche sucht ein anderer Angebote im Netz aus. Schon währenddessen und tauschen wir uns per Whatsapp aus. Danach betet einer.“

 

  • „Wir pflegen jetzt Zweierschaften. Zwei Hauskreismitglieder treffen sich am Telefon oder auch ganz leibhaftig, wie immer sie das möchten, beten miteinander und bedenken eine Bibelstelle. Im selben Rhythmus wie sonst unser Hauskreis wäre, bilden sich neue Zweierschaften so dass mit der Zeit jeder jeden sieht und spricht.“

 

  • „Da unser Hauskreis ein Nachbarschaftskreis ist, besteht er überwiegend aus Nachbarn hier in … (Ort von mir anonymisiert, Gunter Schmitt), die weiterhin in engem Kontakt stehen, wenn auch mit „Abstand“. So ist das mit dem Kontakt kein Problem. Wir sehen uns (mit Abstand) regelmäßig, und sei es nur auf der Straße beim „Schwätzen“. Der Hauskreis lebt so weiterhin munter weiter. Geistlich fit halten wir uns über Youtube, Fernsehgottesdienste und die geistlichen Worte aus unseren Gemeinden.“

 

  • „An alle Hauskreisteilnehmer wurde über die Leiter dieses Heft „Hilfe! Überleben in unsicheren Zeiten“  der Marburger Medien verteilt. Jeweils mit einem kleinen Gruß versehen.

 

  • Der Hauskreis mit jungen Familien trifft sich jede Woche per Zoom, zum Bibelgespräch und Austausch.

 

  • Der Jugendhauskreis trifft sich sonntags, singt vom Balkon Lobpreislieder. Es wohnen gerade zwei junge Ehepaare Balkon an Balkon. Die Teilnehmer versammeln sich unten und da ist gerade der Parkplatz von einem größeren Geschäft und so kommen auch andere Leute dazu (keine Massen).

 

  • Eine Hauskreisleiterin versucht zu den älteren Frauen Kontakt beim Spazierengehen zu halten, führt Gespräche über den Balkon. Letzte Woche hat sie bei den Hauskreisteilnehmern ein kleines Päckchen eingeworfen. Was wohl alles drin war?

 

  • Die Kontakte werden übers Telefon und über WhatsApp gepflegt. Das Gebet füreinander ist allen wichtig.“

 

  • „…Wir haben mit „Walk and Talk“ begonnen. Will heißen, statt Hauskreis treffen wir uns zum Spaziergang im Wald, zum Austauschen, trauen uns zu singen am See (hier müssen wir noch mutiger werden 🤣), aber auf jeden Fall zum Beten. Da wir eine kleine Gruppe sind und der Wald direkt vor der Haustür ist, Gespräche in der frischen Luft stattfinden, Bewegung und gleichzeitig Distanz möglich ist, genießen wir das ganz besonders. Das letzte Mal mit Sonnenuntergang 👍.“

 

  • Wir verständigen uns vorwiegend per WhatsApp. Wir schicken uns gegenseitig mutige Zeilen und ich als Leiterin frage jede Woche nach, wie es den anderen geht.

 

  • Wir haben jetzt alle 14 Tage ein WhatsApp-Videotreffen. Etwa eine Stunde lang tauschen wir uns aus, wie es uns so geht und für was die anderen beten können.

 

Wie „treffen“ Sie sich jetzt in Ihrem Hauskreis oder einer anderen gemeindlichen Kleingruppe? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns und mit anderen!

Gunter Schmitt