Idee #23 Besuch mal anders – Besuchsdienst in Zeiten von Corona

Das Bedürfnis nach persönlichen Begegnungen und Gesprächen ist gerade jetzt, wo Nähe nicht so leicht zu haben ist, ein gefragtes Gut. Gerade ältere Menschen, Alleinstehende und Personen, die der Risikogruppe angehören, sehnen sich häufig nach Zuwendung und Gesellschaft.

Wir alle brauchen Gemeinschaft. Menschen sind nun einmal Sozialwesen.

Selbst in Zeiten der Kontaktbeschränkungen suchen viele Kirchengemeinden nach Lösungen und Wegen, um den kirchlichen Auftrag zu erfüllen und für Menschen da zu sein. Wie gelingt die Besuchsdienstarbeit in Zeiten von Social-Distancing?

Wir haben Pfarrerinnen und Pfarrer der Pfälzischen Landeskirche gefragt, wie die Besuchsdienste in ihren Gemeinden mit Kontaktbeschränkung, Abstand und Risikogruppen umgehen. Hier sind einige  Antworten:

  • Geburtstagsbesuche fallen leider flach. Dafür werden die Glückwünsche in Form von Briefen oder Karten überbracht und in den Briefkasten eingeworfen. Eine weitere Methode: Geburtstagsgeschenke werden kontaktlos vor der Haustüre abgelegt.
  • Persönliche Gespräche finden – wenn gewünscht – im Freien statt. Zum Beispiel auf der Bank im Garten oder im Park (natürlich mit Abstand). Wer freut sich nicht den über ein paar Sonnenstrahlen im Gesicht, das Zwitschern der Vögel und die frische Luft?
  • Die Top-Antwort unserer Befragung: Telefonate. Egal ob für Glückwünsche zum Geburtstag, bei Hochzeitsjubiläen oder für ein seelsorgerliches Gespräch. Das Telefon wird in vielen Besuchsdienstkreisen für den Kontakterhalt und das intensive Gespräch benutzt.

„Damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht und  bin bei den Telefonpartner*innen auf Verständnis gestoßen. Viele haben sich für den Schutz bedankt, auch dafür, dass sie Niemanden an der Haustür abweisen mussten. Manche Telefonate waren intensiver als ein Besuch daheim im Kreis vieler Gratulant*innen.“

Die Fachstelle für Ältere der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland schlägt das Konzept „Geh-spräch“ vor. Die Beschreibung:  Viele verabreden sich derzeit mit einer weiteren Person im wahrsten Sinne des Wortes zu einem „Geh-spräch“. Mit Abstand geht man nebeneinander her und spricht. Man ist im „Geh-spräch“ zu zweit. Das tut der Seele zutiefst gut.

Sie machen bereits Telefon-Besuche?  Die Referentinnen für Besuchsdienst im Haus der kirchlichen Dienste, Hannover haben einen Leitfaden  zum Thema „Selbstbewusstsein stärken beim Telefon-Besuch“ geschrieben. Dort geben sie Tipps, wie verunsicherte Gesprächspartner*innen in  einem Telefonat gestärkt werden können. Außerdem finden sich im Beitrag  lösungsorientierte Fragen, die bei der Umsetzung helfen können. Den Leitfaden finden Sie unter: https://www.kirchliche-dienste.de/arbeitsfelder/besuchsdienst/aktuelles/2020-03-30-telefon-besuch

Sie haben weitere kreative Ideen für die Besuchsdienstarbeit? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns und mit anderen!

Sophie Dauenhauer