Weitere Gebete aus der weltweiten Ökumene

Aus: In Gottes Hand – Gemeinsam beten für die Welt     Gebete aus der weltweiten Ökumene        Verlag Otto Lembeck, Frankfurt, 2008:

 

Wenn ich die Probleme unserer Welt sehe, o Herr,
dann bete ich, dass ich nicht der Versuchung unterliege,
schnelle Antworten zu finden.
Wenn jede Zunge eine andere Wahrheit verkündet,
wenn jedes Volk seine eigene Gerechtigkeit lobt,
lass mich innehalten, bevor ich spreche, lobe oder hoffe.
Lass mich in mein Inneres schauen und versuchen,
die ewigen Wahrheiten zu entdecken,
die du in mir gepflanzt hast.
Wahrheiten, die größer sind als die,
die draußen von den vielen Stimmen und Worten zu hören sind.
Und gib, dass ich mich immer daran erinnere, 
dass laut sein nicht heißt, dass man Recht hat,
dass anders sein nicht heißt, dass es verboten ist,
dass neu sein nicht heißt, dass es beängstigend ist
dass schwarz sein nicht heißt, dass es hässlich ist.
Lass mich die Wahrheiten finden, die vor dir gelten,
damit ich mit ihnen und dir und mir selbst in Frieden leben kann.

                                                                                  (Unbekannt)

 

 

Gott, wir Christen in Deutschland und in Europa
sind zunehmend verunsichert.
Angst vor Verlust des Gewohnten
und Angst vor dem ungewissen Neuen lähmen viele von uns.
Steh uns bei, gegen die Resignation in unseren Kirchen anzugehen,
nach neuen Wegen zu einem glaubwürdigen Lebensstil mündiger Christen zu suchen,
mit Entschlossenheit und Zivilcourage
Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus zu begegnen
und in der Sogkraft deines Reiches den Glauben mutiger zur Sprache zu bringen.
Führe uns in das Land, das du uns zeigen willst.

                                                                                  (Deutschland)

Lasst uns gehen in der Kraft, die Gott uns gibt.
Wir wollen behutsam in das Land gehen,
das du, o Gott, uns zeigen willst.
Wir wollen gemeinsam gehen
und Ausschau halten nach Zeichen deiner Gegenwart.
Christus ist uns vorausgegangen.
Er erwartet uns dort, wohin wir gehen.

                                                                                  (Deutschland)

 

Gott, schnell machen wir unsere Augen zu,
wenn wir Menschen sehen, die leiden.
Du willst aber, dass wir hinsehen und etwas dagegen tun.
Deshalb bitten wir dich:
Schenke uns offene Augen und Herzen.
Schenke uns Ideen, mit denen wir unsere Verantwortung
für andere Menschen wahrnehmen können.

                                                                                  (Deutschland)

 

 

Friedensspruch:

Friede sei mit der Welt
 Friede sei mit der Stadt
  Friede sei mit dem Dort
   Friede sei mit der Mutter Erde
    Friede sei mit dem Kosmos
     Friede sei mit dir
    Friede sei mit mir
   Friede sei mit meinem Nächsten
  Friede sei mit meinem Feind
 Friede sei mit allen, die es betrifft
Friede, Friede, Friede!

                                                                                  (Elisabeth S. Tapia, Philippinen)

Du bist die Quelle unseres Lebens.
Nur durch deine Gnade
können wir jeden Tag arbeiten,
können wir reisen, wann immer wir unsere Aufgaben erledigen wollen.
Manchmal haben wir so viel zu tun, dass wir nicht erkennen -
dass du neben uns bist.
Du stehst uns bei und folgst unseren Schritten.
Du hörst, wenn wir sprechen.
Du weißt, wer wir sind.
Wir erkennen nicht -
dass wir dich wie einen Fremden behandeln.
Wir glauben, dass du nicht weißt, was wir denken,
dass du nicht weißt, womit wir so viel zu tun haben.
Wir vergessen, dass du uns besser kennst, als wir es tun.
Du bist der auferstandene Herr.
Du hast den Tod besiegt.
Wir nahmen an, dass der Tod das Ende des Lebens war.
Indem du von den Toten auferstanden bist,
hast du uns einen neuen Anfang geschenkt.
Nun gehen wir mit dir, siegender Herr.
Wir haben dir nicht mit dem ganzen Herzen geglaubt.
Als du am Kreuz starbst,
haben wir uns nicht daran erinnert, dass du wieder auferstehen würdest.
In der Tat, du hast uns erkennen lassen, wer du bist.
Du lehrst uns. Du erinnerst uns daran, was du deine Jünger gelehrt hast.
Danke Gott.
Du bist ein handelnder Gott.
Du kommst zu uns.
Du bleibst bei uns.
Wir sehen nun:
Du bist voller Verständnis.
Du bist der auferstandene Herr.
Weil wir an dich glauben, können wir die gute Botschaft 
der ganzen Welt verkünden.

                                                                                  (Dr. Einar Sitompul, Indonesien)

Lebendiger Gott, Quelle des Lebens,
wir danken dir, denn du hast uns erlöst.
Wir danken dir für deine zärtliche Berührung -
sie öffnet unsere Augen und Herzen und lässt uns deine Herrlichkeit sehen.
Wir danken dir für deine wunderbare Hilfe –
Sie stärkt unseren Glauben und lässt uns spüren: Du bist für uns da.
Wir danken dir für dein leises Rufen –
es lässt unsere Hoffnung und unsere Liebe zu dir wachsen.
Schenke uns ein neues Leben in Freue,
ein Leben voll Hoffnung durch deine Kraft. Amen.

                                                                                              (Indonesien)

Aus: Du weisst, wer wir sind – Basler Gebetbuch        Theologischer Verlag Zürich 2018:

Dankgebet am Morgen und am Abend

Gepriesen bist du, Herr, unser Gott.
Wie süß schmecken deine Worte, süßer im Mund als Honig.
Wie kostbar sind deine Gebote für unser Leben,
kostbarer als das feinste Gold in unseren Händen.
Wie wunderbar ist dein Wille für die Welt,
ohne Ende deine Liebe für die Nationen.
Unsere Stimmen werden von deinen Verheißungen singen
und unsere Lippen dein Lob verkünden.
Gepriesen sei Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Gepriesen sei Gott für immer.

                                   (vermittelt durch Hilary Jones, Chaplain Anglican Church of Basel)

 

Dankgebet
Herr, danke für all das Viele, das du in meinem Leben für mich getan hast, 
auch heute und gestern.
Danke für deine Führung und deinen Schutz vor vielen Gefahren.
Danke, dass du mich versorgst mit der Nahrung, die ich heute und in 
allen kommenden Tagen brauche.
Ich bete für die Menschen, die nicht fähig sind, für ihr Leben zu danken, 
Menschen, 
die immer noch mehr tun möchten.
Sie wenden sich dir nie zu, um Dank zu sagen: Sei ihnen gnädig, 
hilf ihnen, 
dankbar und sogar zu einem Segen für andere zu werden.
Danke, dass du mir einen Platz zum Leben gibst und Freunde, 
mit denen ich reden kann.
Danke für so viele gute Dinge in meiner Welt.
Und über allem danke für deine schöne Schöpfung.
Dein Friede und deine Liebe mögen herrschen über mich 
und rund um die Welt 
über alle Menschen.
Amen.

                                                           (Thawm Mang, Burma)

 

Nimm mich in Acht, Gott, auf dich verlasse ich mich.
Ich meine es, wenn ich sage: Du hast bei mir das erste und das letzte Wort. 
Wer sonst?
Ich bin froh, dass ich nicht allein bin mit mir.
Mich begeistern di, die von dir begeistert sind,
die lieben wie du, und in deren Augen dein Glanz leuchtet.
Wer will sich auf anderes einlassen als auf dich, Gott des Lebens?
Verloren sind Zeit und Kraft und Leben, wenn sie nicht für dein 
Leben eingesetzt sind.
Als ob ich dich gewonnen hätte, als ob du mir unerwartet geschenkt 
worden wärst,
bist du bei mir und machst mein Leben schön. Ich habe es gut 
getroffen.
Für dich singe ich, du hast mir gezeigt, wie ich weiterkomme.
Sogar, wenn ich nachts aufwache, kommst du mir in den Sinn.
Ich will mich oft an dich erinnern, am liebsten immerzu.
Wenn du zu mir stehst, gerate ich nicht durcheinander.
Deswegen kann ich tief Luft holen, aufatmen und erleichtert 
die nächsten Schritte tun.
Du zeigst mir den Weg zum Leben, in dir ist Licht und 
Freude im Überfluss.
Bei dir geht es mir richtig gut. Amen

                                                           (Benedict Schubert, Schweiz)

 

In deiner Gegenwart ist das volle Leben. Danke, Herr, 
dass du uns einlädst zu einem Leben des Heils.
Du willst uns volles Leben schenken. Du willst uns 
zum Blühen bringen. Es ist schön zu blühen.
Hilf, Herr, dass wir das Wachsen und Reifen zulassen, 
dass wir die Mühsal erdulden, um zu kräftigen Palmen 
zu werden.
Danke, dass wir in dir verwurzelt sein können und in 
deiner Nähe leben.
In deiner Gegenwart ist das volle Leben und das Heil.
Dich wollen wir leben und von deiner Gnade und Treue 
singen.
Ehre sei dir: Amen.

                                                                                              (Karin Müller)

Diverse Gebete aus der Ökumene:

Zeige mir den Weg

Jesus, du bist unser Licht,
zeige mir den Weg!
Die große Nacht ist dunkel,
mein Herz sieht keinen Pfad.
Komm, Herr, gib mir dein Licht!
Auf unserer Erde, auf den Wegen, die ich gehe,
gibt es Gruben und Löcher.
Ich habe Angst zu fallen.
Hilf du mir!
Wenn wir beide zusammen gehen,
kann mir nichts geschehen,
dann geh ich sicher wie am Tage.
Halte uns alle an der Hand,
denn du weißt den Weg.
Mein Herz liebt dich, gib Acht auf mich!
Du bist gütig.
Deine Gerechtigkeit durchdringe mich,
komm du selbst zu mir.                              

(M. Kaisam, Papua-Neuguinea)

Danke, Gott, dass du mir hilfst

Es gibt Zeiten, da bin ich traurig, aber du tröstest mich.
Es gibt Zeiten, da bin ich zornig, aber du beruhigst mich.
Es gibt Zeiten, da bin ich niedergeschlagen, aber du machst mich fröhlich.
Es gibt Zeiten, da scheint alles hoffnungslos, aber du gibst mir neue Hoffnung.
Danke Gott, dass du mir hilfst,
wenn in meinem Leben etwas schiefgeht.  
                                                             (Papua-Neuguinea)