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Besuch aus West Papua: Begegnungen, die verbinden

Zwei Wochen lang standen Begegnung, Austausch und gemeinsames Lernen im Mittelpunkt: Mit Pfarrerin Joyce da Costa, verantwortlich für Internationale Partnerschaften in der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche West Papua (GKI-TP) und Pfarrerin Magdalena Kafiar aus dem Büro für Menschenrechte durfte die Evangelische Kirche der Pfalz zwei Gäste aus Jayapura in West-Papua willkommen heißen.

Der Besuch bot Gelegenheit, bestehende Partnerschaften zu vertiefen, gemeinsame Themen weiterzuentwickeln und Einblicke in die aktuelle Situation in West-Papua zu gewinnen.

Eine erste Station führte nach Basel zu Mission 21. Dort wurde gemeinsam das Bildungsprojekt „Projekt Lifehood Security“ ausgewertet und über die nächsten Schritte beraten. Solche gemeinsamen Projekte zeigen, wie Partnerschaft konkret werden kann: durch Bildungsarbeit, gegenseitige Unterstützung und die Stärkung lokaler Perspektiven.

Besuch bei der Vereinten Evangelische Mission in Wuppertal. Foto: privat.

Ebenso intensiv wurde über die politische und wirtschaftliche Situation in West-Papua gesprochen. Der Konflikt im östlichsten Landesteil Indonesiens findet international nur wenig Aufmerksamkeit, prägt das Leben der Menschen jedoch in hohem Maß. Ein zentrales Thema ist dabei der Verlust von Land sowie die einhergehende fortschreitende Abholzung der Wälder.

Für viele Menschen in Papua sind die Wälder weit mehr als eine natürliche Ressource. Sie sichern Lebensunterhalt und Ernährung, sind Lebensraum und zugleich eng mit kultureller Identität und Gemeinschaft verbunden. Gehen diese Lebensgrundlagen verloren, betrifft das ganze Dorfgemeinschaften und wirkt sich weit über wirtschaftliche Fragen hinaus aus.

Die Berichte unserer Partnerinnen machten deutlich, wie belastend die Situation vielerorts ist. Zugleich wurde sichtbar, welche wichtige Rolle die Kirche übernimmt – als Begleiterin der Menschen, als Ort der Hoffnung und als Stimme für Menschenrechte und Menschenwürde.

Ein weiterer Schwerpunkt des Besuchs lag in Wuppertal. Gemeinsam mit Vertreter*innen des West-Papua-Netzwerks und der Evangelischen Kirche von Westfalen wurde über die Menschenrechtslage in Papua beraten. Dabei ging es auch um die Situation vieler Menschen, die durch Gewalt und Unsicherheit stark belastet und teilweise traumatisiert sind.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Partnerschaften noch wirksamer gestaltet werden können. Ziel ist es, Erfahrungen zusammenzuführen, Ressourcen zu bündeln und stärker gemeinsam zu handeln.

Wiedersehen mit OKR Markus Jäckle.
Foto: privat.

Auch in der Pfalz gab es viele Möglichkeiten zur Begegnung. In Speyer fand ein herzliches Wiedersehen mit Oberkirchenrat Markus Jäckle statt. In ausführlichen Gesprächen wurden Entwicklungen in den Partnerschaften aufgegriffen und Perspektiven für die weitere Zusammenarbeit besprochen.

Ein besonderer Höhepunkt war der Gemeindeabend in der Gedächtniskirche in Speyer. Viele interessierte Gäste kamen, um mehr über West-Papua zu erfahren und mit den beiden Besucherinnen ins Gespräch zu kommen. Pfarrerin Joyce da Costa und Pfarrerin Magdalena Kafiar berichteten offen von ihrer Arbeit und den Herausforderungen vor Ort. Die zahlreichen Fragen und die lebendige Diskussion zeigten, wie groß das Interesse an weltweiten Zusammenhängen und ökumenischer Verbundenheit ist.

Auch das Treffen mit Vertreter*innen des Pfälzischen Arbeitskreises Papua war geprägt von Offenheit und gegenseitigem Interesse. Gemeinsam wurden aktuelle Themen besprochen und Perspektiven für die weitere Zusammenarbeit entwickelt. Dabei wurde spürbar, was Partnerschaft ausmacht: nicht nur Unterstützung, sondern gegenseitiges Lernen.

Intensive Gespräche mit dem AK Papua. Foto: privat.

Der Besuch verdeutlichte erneut, wie wertvoll persönliche Begegnungen sind. Internationale Beziehungen entstehen nicht allein durch Programme oder Beschlüsse, sondern vor allem dort, wo Menschen einander zuhören, Erfahrungen teilen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Die Begleitung der Partnerschaften eröffnet allen Beteiligten und Interessierten die Möglichkeit, globale Zusammenhänge wahrzunehmen und weltweite Kirche konkret zu erleben.

Wir sind dankbar für die Zeit des Austauschs und für die vielen Impulse, die aus diesen Begegnungen mitgenommen werden konnten.