Das Prädikantenamt

 

Was ist das Prädikantenamt?
Das Prädikantenamt wurde 1970 in der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) eingerichtet.
Prädikantinnen und Prädikanten werden dazu berufen, eigenverantwortlich Gottesdienste zu erarbeiten und zu leiten. Sie haben das Recht der Verwaltung der Sakramente und dürfen Amtshandlungen vollziehen.
Sie werden ordiniert.

Wer kann Prädikantin/Prädikant werden?
Zum Prädikanten kann berufen werden, wer Mitglied der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) ist, das 18. Lebensjahr vollendet hat, konfirmiert ist und an der landeskirchlichen Ausbildung erfolgreich teilgenommen hat.
Voraussetzung für die Aufnahme in den Prädikantenausbildungskurs ist eine mindestens fünfjährige Tätigkeit im Lektorenamt.
Der Prädikantendienst ist ein ehrenamtlicher Dienst.

Wie wird man Prädikantin/Prädikant?
Das zuständige Presbyterium oder der Bezirkskirchenrat schlägt dem Landeskirchenrat geeignete Gemeindeglieder zur Berufung vor. Auf der Grundlage dieses Vorschlages kann sich die vorgeschlagene Person für einen Prädikanten-Ausbildungskurs bewerben.
Nach erfolgreicher Teilnahme an der Ausbildung beruft der Landeskirchenrat die Prädikantin/den Prädikanten in das Amt und ordnet die Ordination an.
Die Berufung erfolgt für den Bereich der Landeskirche, in der die Prädikantin/der Prädikant in Absprache mit dem zuständigen Pfarramt und mit Zustimmung des Dekans den Dienst tut.
Die Prädikantin/der Prädikant wird in einem Gottesdienst vom zuständigen Dekan ordiniert und in das Prädikantenamt berufen.
Prädikantinnen/Prädikanten sind zur Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen verpflichtet.

Wie geschieht die Ausbildung zur Prädikantin/zum Prädikanten?
Die Prädikanten-Ausbildungskurse werden im Auftrag des Landeskirchenrats vom Missionarisch-Ökumenischen Dienst (MÖD) in Landau durchgeführt und im Amtsblatt der Evangelischen Kirche der Pfalz (Protestantische Landeskirche) ausgeschrieben.
Die Ausbildung erfolgt auf drei Ebenen:
1. Das praktische Lernen und Einüben vor Ort in der Kirchengemeinde wird von einer Mentorin/einem Mentor begleitet.
2. In Regionalgruppen werden die Lernerfahrungen reflektiert und die Gottesdienste der Prädikanten in Ausbildung besucht und miteinander besprochen.
3. Studientage beschäftigen sich theoretisch und praktisch mit Themen, die für das Prädikantenamt wichtig sind, z. B.:

  • Liturgie, Agenden
  • AT, NT, Dogmatik und Hermeneutik
  • Homiletik
  • Kasualien
  • Abendmahl
  • Seelsorge
  • Amt und Ordination

Wie lange dauert die Ausbildung und was kostet sie?
In der Regel dauert die Ausbildung ca. 2 Jahre.
Die entsendenden Kirchenbezirke beteiligt sich an den Ausbildungskosten mit 300 €, der Eigenbeitrag der Prädikantinnen/Prädikanten in Ausbildung beträgt 200 €. Fahrtkosten zu den Studientagen werden erstattet.
Die Teilnahme an allen Ausbildungsmodulen ist verpflichtend.

Wie läuft das Bewerbungsverfahren?
Sobald die Ausschreibung im Amtsblatt erfolgt ist, kann man sich für die Teilnahme am Prädikanten-Ausbildungskurs bewerben.
Die Bewerbungsfrist ist dem Amtsblatt zu entnehmen.
Die Bewerbungsunterlagen sind unter anderem der Vorschlag des zuständigen Presbyteriums oder des Bezirkskirchenrates für die Ausbildung der interessierten Person und die schriftliche Erklärung der Bewerberin/des Bewerbers, in der die Bereitschaft zur Ausbildung zum Prädikantenamt erklärt wird. Die Unterlagen werden über den Dienstweg (Dekanat) an den MÖD gesandt.
Vorstellungsgespräche werden geführt. Auf deren Grundlage empfiehlt das Ausbildungsteam dem Landeskirchenrat die Teilnahme am Ausbildungskurs.