Guggemol: Eine scharfe Sache

Wenn ich diese Peperoni betrachte – all die Formen, die Farben von feurigem Rot über sonniges Gelb und Orange bis ins tiefe Braun –, dann sehe ich nicht nur Gemüse. Ich sehe eine Armee kleiner Geschmackskrieger, die darauf warten, meinen Gaumen zu erobern.

Ich weiß, was hinter dieser scheinbaren Unschuld steckt: Wärme, die schnell zur Hitze wird. Schärfe, die nicht fragt, sondern einfach kommt. Und das liebe ich daran!

Bild: Peperoncino© Thomas Borchers privat

Fast jeden Tag passiert es: Der Teller ist angerichtet, der Mund ist bereit – und dann mahle ich mit meiner Mühle etwas Peperoncino drüber. Nicht sparsam. Nicht vorsichtig. Mit dem bewussten Wissen, dass gleich etwas passieren wird. Mein Speichel produziert sich im Überfluss. Meine Nase beginnt leicht zu laufen. Oft muss ich heftig niesen. Und ich lächle wie ein Kind, das gerade seine erste Zündhölzchen-Party erlebt hat.

Es fühlt sich lebendig an, dieses brennende Kribbeln auf der Zunge und im Gaumen. Als würde mein Mund sagen: „Aha, heute geht’s ab!” Jedes Essen gewinnt dadurch eine neue Dimension – selbst ein langweiliges Gemüse wird zum Abenteuer.

Für mich sind diese scharfen Dinger Ausdruck von Lebendigkeit. Die kleinen roten Dämonen wissen genau, was sie tun – und ich lasse mich gerne von ihnen entzünden.

Wer braucht schon Langeweile auf dem Teller? Ich jedenfalls nicht.

Mögt ihr auch scharfe Sachen?

Euer Thomas Borchers