Im Mai dieses Jahres durfte eine kleine Delegation der Evangelischen Kirche der Pfalz im Rahmen der langjährigen Partnerschaft die Evangelische Kirche im Lande Papua besuchen. Die Reise war geprägt von intensiven Begegnungen, großem gegenseitigem Vertrauen und einer beeindruckenden Gastfreundschaft.
Überall wurden wir als Vertreter der EK Pfalz mit großer Herzlichkeit empfangen und begleitet. Besonders berührend war die spürbare Verbundenheit, die aus dem gemeinsamen Glauben an Jesus Christus wächst. Trotz aller Unterschiede in Sprache, Kultur und Lebensumständen verbindet uns die gemeinsame Aufgabe als Christ*innen: füreinander Verantwortung zu übernehmen, Gemeinschaft zu leben und Menschen Hoffnung zu geben. Diese geistliche Gemeinschaft war während der gesamten Reise auf eindrückliche Weise erfahrbar.

Ein sichtbares Zeichen der Partnerschaft konnte dank einer großzügigen Spende des Rotary-Clubs Speyer gesetzt werden: Ein neues Speedboot sowie ein dazugehöriger 80-PS-Motor konnten so angeschafft werden. Gerade in den Inselregionen Papuas bedeutet dies eine enorme Erleichterung. Medizinische Versorgung, der Transport von Lebensmitteln oder Baumaterialien und viele alltägliche Wege werden dadurch leichter ermöglicht oder deutlich vereinfacht. Entsprechend groß waren Freude und Dankbarkeit unserer Partner vor Ort.
Ein Schwerpunkt der Reise war der Austausch über das gemeinsam mit Mission 21 getragene Projekt „Livelihood Security“. Dabei geht es insbesondere um die Förderung junger Menschen aus abgelegenen Regionen. Schüler*innen erhalten über Stipendien und Wohnheime die Möglichkeit, eine weiterführende Schule zu besuchen und einen Schulabschluss zu erreichen. Ziel ist es, jungen Menschen Perspektiven für Ausbildung, Studium und Beruf zu eröffnen.
Viele der Jugendlichen studieren inzwischen an Universitäten auf Bali, in Toraja auf Sulawesi oder Jayapura – etwa in den Bereichen Lehramt, Medizin oder Jura. Gerade gut ausgebildete Fachkräfte werden in Papua dringend gebraucht.

Im gemeinsamen Austausch wurden die bisherigen Entwicklungen ausgewertet und nächste Schritte beraten. Dazu gehören der bedarfsgerechte Ausbau der beiden Wohnheime, die bessere Begleitung der Jugendlichen durch eine koordinierende Projektstelle sowie der Aufbau eines Alumni-Netzwerks. Ehemalige Schüler*innen sollen sich künftig gegenseitig und die jüngeren Generationen unterstützen – etwa beim Übergang von Schule zu Studium oder Beruf.
Ein weiterer Teil der Reise führte zur Evangelischen Kirche in West- Sulawesi (GKSB). Die Evangelische Kirche der Pfalz und die GKSB sind über die Evangelische Mission in Solidarität miteinander verbunden. Bereits vor einigen Jahren hatte die EK Pfalz die Weiterbildung von Multiplikator*innen für Kindergottesdienste unterstützt. Besonders eindrücklich war der Besuch der abgelegenen Gemeinde Tamalea. Die lebendige Atmosphäre der Gemeinde und die große Zahl engagierter Kinder und Jugendlicher haben uns tief beeindruckt. Gemeinsam wurde Christi Himmelfahrt gefeiert – mit viel Freude, Musik und großer Beteiligung.
Gerade in den abgelegenen Regionen wurde deutlich, welche tragende Kraft Glaube und Gemeinschaft für die Menschen haben. Kirche ist dort weit mehr als ein Ort für Gottesdienste. Sie gibt Halt, schafft Zusammenhalt und schenkt Hoffnung und Kraft im herausfordernden Alltag.

Für die kommende Zeit ist geplant, die „Kinderbibel zum Selbstgestalten“ von Michael Landgraf flächendeckend zur Verfügung zu stellen, um die Arbeit mit Kindern und Familien weiter zu stärken.
Die Reise hat zugleich erneut gezeigt, wie wertvoll dieser interkulturelle Austausch auch für unsere eigene kirchliche Arbeit in Deutschland ist. Die Begegnungen mit Menschen, die unter deutlich schwierigeren Bedingungen leben und dennoch mit großer Hoffnung, Glaubenskraft und gegenseitiger Unterstützung ihren Alltag gestalten, eröffnen neue Perspektiven auf das Leben und auf das, was uns trägt. Dieser Austausch bereichert beide Seiten und macht die weltweite Gemeinschaft von Christ*innen auf besondere Weise erfahrbar.
Suse Düring-Hesse
