MÖD – Missionarisch Ökumenischer Dienst Aktuelles,Blog Guggemol: Ein Raum für das Unvermeidbare

Guggemol: Ein Raum für das Unvermeidbare

Am 14. Oktober hält die Welt kurz inne – nicht aus Trauer, sondern aus Würde. Der Internationale Welthospiztag erinnert uns daran, dass das Sterben kein medizinisches Versagen ist, sondern ein Teil des Lebens, den wir gemeinsam tragen können.

Die Hospizidee ist radikal einfühlsam: Sie sagt ja zum Menschen, nicht zur Heilung. Wo die Medizin ihre Grenzen erreicht, beginnt die Begleitung. In Hospizen, in der ambulanten Hospizhilfe und Palliativbegleitung wird Zeit geschenkt – Zeit für Gespräche, für Stille, für unverstellte Nähe. Hier zählt nicht mehr, was bleibt, sondern was noch da ist. Ein Lachen, eine Hand, ein erinnerter Name.

Doch diese Idee reicht über Gebäude und Strukturen hinaus. Hospizlichkeit ist eine Haltung. Sie fragt: Wie möchten wir gehen? Wie möchten wir begleiten? Sie lädt uns ein, das Unaussprechliche zu erwähnen, ohne es aufzulösen. In einer Kultur der Beschleunigung und Verdrängung bietet sie einen anderen Weg: langsam werden, hinhören, dabeibleiben.

Bild: Hospizzimmer© fundus.media

Der Welthospiztag will nicht erschrecken – er will wach machen. Er möchte euch einladen, über eure Wünsche nachzudenken, über Gespräche, die noch schweben, über Abschiede, die wir oft erst führen, wenn es zu spät ist. Vielleicht ist genau das die größte Botschaft: Dass wir alle vom Tod lernen könnten – fürs Leben.

Euer Thomas Borchers