Die Flamenco-Musik höre ich schon von weitem. Als ich um die Ecke komme, ziehst sie sofort meinen Blick auf sich: die Tänzerin. Mitten auf einem kleinen Platz. Im leuchtend roten Kleid. Mit ihren grazilen Bewegungen folgt sie dem Rhythmus der Gitarre. Sie ruht ganz in sich, scheint mir. Nimmt womöglich überhaupt nicht wahr, was um sie herum geschieht.
Wenn die Welt draußen aus ihrem Winterschlaf erwacht, liegt eine spürbare Energie in der Luft – ein sanftes Flüstern der Wärme: ein Versprechen neuer Anfänge. Es ist in der sanften Berührung des morgendlichen Frühlingslichts, wenn es durch die Fenster unserer Wohnzimmer dringt und alles, was es berührt, in Gold- und Bernsteinfarben taucht.
Ich faste in diesem Jahr. Wie so viele auch, versuche ich die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern bewusster wahrzunehmen.
In diesem Jahr verzichte ich darauf, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun.
Meine Großeltern leben direkt an der Küste von Südkalifornien. Wenn ich die Gelegenheit habe, sie zu besuchen, gehört ein Spaziergang am Strand fast zum Alltag. Ich genieße es, den Sand zwischen den Zehen zu spüren, den Surfern zuzusehen, wie sie die nächste große Welle erwischen,